HOIO       Home       Projekte       Santa Lemusa       Ateliers       Essen       Shop de  fr  en

Bis 2006 fand man dieses Bild auf allen Kalparik-Dosen aus dem Sortiment von HOIO.

  Kalparik-Monster

Verwandte Themen

Kokosnuss und Kalparik

Spezialfall Kalparik

Palmen allgemein

Die Firma Narial

• Tiyo (Palmherzen aus Santa Lemusa)

Kokosnussmilch selbst herstellen

Etymologisches

Es gibt verschiedene Hypothesen über den Ursprung des Namens Kalparik. Jean-Marie Tromontis behauptet, das Wort stamme aus der Sprache der Arawak und habe dort eine Art Fantom bezeichnet. Die Indianer hätten geglaubt, dass Geister in der Kalparik wohnen und durch die schwarzen Keimporen am Kopf des Fruchtkerns ein– und ausschlüpfen. Wie Tromontis zu dieser These gelangt ist oder auf welche Quellen er sich bezogen hat, wissen wir nicht. Sollte sich eines Tages bestätigen, dass dieses Wort seinen Ursprung tatsächlich in der Sprache der Arawak hat, dann würde das bedeuten, dass die Kalparikpalme doch schon vor der Kolonialzeit zumindest auf einzelnen Inseln heimisch war.

Andere Wissenschafter indes führen Kalparik auf das kreolische kanpà oder konpè (Bruder) und rik oder rich (reich) zurück. Demnach würde Kalparik etwa soviel wie «reicher Kamerad» oder «reicher Bruder» heissen. In vielen Kulturen wurden und werden den Palmen humane Eigenschaften zugeschrieben, werden sie als Symbole für den Menschen begriffen. Oft spielen Palmen auch im Rahmen von Ritualen eine wichtige Rolle. Vor diesem Hintergrund scheint eine solche Interpretation des Wortes Kalparik vielleicht doch wahrscheinlicher als die These von Tromontis.

Kalparik – Nährwert

(per 100 ml)

Energie: 148 kcal

Eiweiss: 2 g

Kohlenhydrate: 4 g

Fett: 12 g

Rezepte mit Kokos oder Kalparik

• Huîtres chaudes à la créole (Warme Austern mit Kokosnuss)

• Poulet Miosa (Huhn mit Gemüse im Kokosnuss-Jus)

Ribalan (‹Blutendes› Rindfleisch in würzigem Kalparik-Jus)

Weiterführende Links

• Literatur Früchte und Gemüse

• Glossar Botanik

 

Spezialfall Kalparik

So populär die Kalpaprik einst in den ganzen Karibik war, heute wächst sie fast nur noch auf Santa Lemusa. Zuerst wurde sie von ihrer haarigen Schwester, der Kokosnuss aus den Plantagen vertrieben: Die Kokospalme liefert im Vergleich die höheren Erträge, ihr Fruchtkern ist jedoch im Geschmack erheblich weniger fein. Der nächste Feind der Kalparik war die Banane, deren Anbau sich als so profitabel erwies, dass auf vielen Inseln des Archipels grosse Monokulturen entstanden. Die Bewohner von Santa Lemusa indes haben den delikaten Geschmack der Kalparik immer geschätzt - ihrer Sorge um den Erhalt einer kulinarischen Tradition in ihrer ganzen Vielfältigkeit ist es zu danken, dass die Kalparikpalme auch heute noch auf der Insel wächst.

Vielseitige Nutzung

Die Früchte der Kalparikpalme sind vielseitig verwendbar. Von frischen Kalpariknüssen wird das Nährwasser (Nwalò) meist direkt aus dem Fruchtkern getrunken oder in einem eisgekühlten Glas serviert, manchmal wird dieses Nusswasser aber auch in der Küche verwendet. Das wohlschmeckende Mark wird frisch gegessen oder getrocknet und geraspelt als Zutat verschiedener Speisen genutzt. Oft wird das Mark in Wasser eingeweicht und anschliessend ausgepresst. Die milchartige Flüssigkeit, die bei diesem Prozess entsteht, gehört zu den traditionellen Zutaten der lemusischen Küche.

 

Kalparik-Nuss
Besser als Brancusi: Die Form der lemusischen Kalparik-Nuss ist ausgesprochen elegant.

Wie bei der Kpokosnuss sind aber auch alle anderen Teile der Kalparikpalme nutzbar. Aus dem Fasermantel der Früchte wird Garn gewonnen, das zu Seilen, Matten, Taschen und Kleidungsstücken verarbeitet wird. Aus dem Nährgewebe des Kerns wird auch ein Öl produziert, das für Körper– und Haarpflege eingesetzt wird oder Teil von Seifen ist. Die holzigen Schalen des Kerns werden als Gefässe oder als Brennmaterial verwendet. Aus dem Palmsaft, der aus angeschnittenen Blütenständen tropft, werden Palmwein, Essig, Zucker und Sirup hergestellt. Blätter und Stamm schliesslich dienen als Baumaterial.

Industrielle Verarbeitung

Narial Industries (gegründet 1920) ist weltweit das einzige Unternehmen, das Kalparik industriell verarbeitet. Die kleine Fabrik, die heute in Voltes, einem Vorort von Santa Lemusa liegt, stellt hauptsächlich Milch, Flocken und Raspel her – in bescheidenerem Umfang aber auch Öle und andere Produkte. Bei der maschinellen Fabrikation von Kalparikmilch wird das Mark zuerst staubfein geraspelt, dann gepresst und schliesslich mit Wasser verdünnt. Auf Anregung von HOIO bietet Narial Industries seit 2006 auch Kalparik-Milch in Bio-Qualität an. Aus Gründen der Konservierung ist der Fettgehalt bei der Bio-Kalparik etwas höher. Die Bio-Milch ist indes sehr konzentriert und kann gut mit Wasser verdünnt werden.

• Drucken      • Kommentieren       • Newsletter

Kalparik

Zur Lancierung von Kalparik, der in Dosen verpackten Milch von Calparis nucifera, produziert HOIO einen kleinen Werbefilm. Er zeigt, wie sich auf Santa Lemusa alles um die Milch der wunderbaren Nuss dreht – vom Ozean bis zum Bauern auf seinem Traktor. Die Musik dazu liefern Edmundo Ros & His Rumba Band mit «South America, Take It Away» - aufgenommen vermutlich in den 1930er Jahren im Club «The Bagatelle» in London, Vocalist: Edmundo Ros (ab Schellackplatte).

2006 • 3:06 Min • 18.5 MB • FLV

(Wenn Sie hier keinen Film sehen, dann brauchen Sie ev. den Flash-Player.)

 

Erste Publikation: 2003
Neue Publikation: 11. Februar 2009
Letzte Modifikation:11. Februar 2009
© HOIO – www.hoio.ch