Mörsern
Es gibt die verschiedensten Mörser auf dem Markt – aus Holz oder Stein, Stahl oder Ton. Besonders schön sind oft die Mörser aus Marmor – allerdings haben sie den Nachteil, dass sie nicht säurebeständig sind und also schnell einmal Schaden nehmen. Mörser aus Porzellan oder Eisen sind oft eher klein und eigenen sich deshalb auch nur für das Zerstossen kleinerer Mengen. Universaler sind Mörser aus Granit, die sehr gross sein können und in denen man auch säurehaltiges Gut bearbeiten kann – je grösser und schwerer der Mörser, desto besser die Mörserleistung, desto umständlicher aber auch das Handling. Mörser aus Holz eignen sich für trockenes Mörsergut – für feuchte Kräuter, Knoblauch etc. sind sie weniger geeignet, auch weil Holz die Tendenz hat, Geschmäcker aufzunehmen. Ziemlich effektiv, gross und doch relativ leicht sind auch die Mörser aus Ton mit Holzstössel, wie sie vor allem in der Küche Thailands eingesetzt werden.
Pasten mörsern
Für die Zubereitung von Pasten im Mörser (etwa Currypasten) gibt es gewisse Regeln, die einem die Arbeit erleichtern. Zunächst sollte man die Zutaten, die gemörsert werden sollen, möglichst klein zerschneiden – vor allem frische harte Ingredienzien wie Zitronengras oder Galgant. Das erspart einigen Muskelaufwand. Ausserdem wandern die Zutaten in einer bestimmten Reihenfolge in den Mörser: Von trocken und hart zu weich und feucht – also zuerst die getrockneten Gewürze (Koriandersamen, Pfeffer etc.), dann die frischen und doch eher trockenen Rhizome und Stängel (Galgant, Korianderwurzeln, Zitronengras etc.) und zum Schluss erst die feuchten Zutaten (Knoblauch, Zwiebeln, Koriandergrün). Es wird eine Zutat nach der anderen zu einem Brei zerstossen. Die Idee dabei ist auch, dass man die Entwicklung der Aromen über die Düfte verfolgt, die aus dem Mörser aufsteigen – und so gegebenenfalls die Menge der Zutaten variieren kann, um die Paste möglichst harmonisch zu machen.
Viele Köche schwören darauf, dass eine im Mörser hergestellte Paste einer im Mixer produzierten um Längen überlegen sei – so auch David Thompson: «Die Zutaten werden zerdrückt und zerstossen nicht zerrissen und zerfetzt; die Geschmacksnuancen sind eher ausgeglichen und eher geschichtet als zu einem Brei verwirbelt» (S. 128). • Drucken • Kommentieren • Newsletter |