"Fliegenflüge an der Kristallquelle"
Akademie der Künste Berlin, 2000

 

Fliegenflüge

Viehfliegen, Waffenfliegen, Hummelfliegen, Mydasfliegen, Schnepfenfliegen, Raubfliegen, Langbeinfliegen, Tanzfliegen: Meist findet man die Tanzfliegen in der Nähe von Wasserflächen oder darüber sowie in feuchten schattigen Wäldern, wo sie in grösseren und kleineren Schwärmen ihre auf und nieder wogenden Hochzeitstänze vollführen. Besonders eigentümlich sind die Hochzeitsbräuche der Tanzfliegen. Bei einer Reihe von Arten bringen nämlich die Männchen den Weibchen eine Beute, eine kleine Mücke oder ein anderes kleines Insekt als Hochzeitsgeschenk dar. Die Weibchen, die in der Regel niemals selbst Insekten fangen, nehmen die von den Männchen überbrachte Gabe an und saugen sie aus, während sie von den Männchen begattet werden. Die einfachste Art des Überbringens von Hochzeitsgeschenken ist die, bei der dem Weibchen ein frisch getötetes Insekt übergeben wird, genau in dem Zustand, in dem es vom Männchen gefangen wurde. Bei anderen Arten aber, bei denen die Männchen die Fähigkeit haben, mit Hilfe von Spinndrüsen in ihren Vordertarsen Seidenfäden zu erzeugen, wird die für das Weibchen bestimmte Beute vor der Übergabe sorgfältig eingesponnen. Bei einer anderen Gruppe der Tanzfliegen, die in dieser Hinsicht etwas generiert erscheint, überreichen die Männchen lediglich ein leeres Gespinst ohne Beute, mit dem das Weibchen sich dann während der Begattung beschäftigt. Die Männchen einiger Tanzfliegen die im Alpengebiet vorkommen verfertigen sich ballonartige Gewebe, mit deren Hilfe sie umherschweben. Buckelfliegen, Rennfliegen, Schwebfliegen, Dickkopffliegen, Bohrfliegen, Fruchtfliegen, Essigfliegen, Taufliegen, Obstfliegen, Minierfliegen, Dungfliegen, Kotfliegen, Stielaugenfliegen, Magenfliegen, Dasselfliegen, Raupenfliegen, Fleischfliegen, Schmeissfliegen, Lausfliegen und Verwandte.