Brian O'Doherty, The Lookout: The Fort within the Fort, 2009 (Charles Fort, Kinsale, Irland, Foto: Pam Carroll


27. Mai bis 21. Juli 2012 täglich im Aussenraum
Eröffnung: Sonntag, 27. Mai 2012, 14—17 Uhr

Brian O’Doherty wurde 1928 in Dublin (Irland) geboren, studierte Medizin und lebt seit 1957 als Künstler, Kunstkritiker, Filmemacher und Schriftsteller in den USA. Aus Protest gegen die britische Nordirlandpolitik signierte er 1972 bis 2008 seine Arbeiten mit dem Künstlernamen Patrick Ireland.

Einem breiteren Publikum bekannt geworden ist O’Doherty mit seinem Buch „Inside the White Cube: The Ideology of the Gallery Space“ (deutsch: „In der weissen Zelle“, Berlin 1996). Das Bild eines weiss gestrichenen und leeren Raumes sei mehr als jedes einzelne Gemälde typisch für die Kunst des 20. Jahrhunderts, meint O’Doherty in seiner legendären Artikelsammlung, die zuerst in den 1970er Jahren in der Zeitschrift Artforum erschienen ist. Brian O’Doherty gehört zur ersten Generation der Conceptual Art und hat, wie andere Künstler neben ihm, beispielsweise Donald Judd, die Veränderungen in der zeitgenössischen Kunst im Nachkriegsamerika aus der Nähe beobachtet, begleitet und beschrieben. Zuletzt erschienen ist sein Buch „Studio and Cube“, das seine früheren Überlegungen zum Verhältnis von Werk und Ausstellungsraum durch Beobachtungen zum Arbeitsplatz des Künstlers ergänzt und seit diesem Frühjahr in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Atelier und Galerie“ erhältlich ist.

Als Künstler bekannt gemacht haben O’Doherty vor allem seine „Rope Drawings“. Es handelt sich um Installationen aus in den Raum gespannten Seilen, die dem Künstler ermöglichen, im Raum zu zeichnen. Oft sind die Installationen mit ungegenständlichen Wandmalereien kombiniert. Diese Arbeiten behandeln Malerei, Zeichnung, Raum und Installation gleichwertig und tragen dem Umstand Rechnung, dass die gesellschaftlichen und künstlerischen Veränderungen der Nachkriegszeit dazu geführt haben, dass der Betrachter in die Werkkonstitution mit einbezogen werden will. Als Betrachter wird man Bestandteil der Installation. Zeichnung und Wandbild verbinden sich je nach Standort zu einer Einheit. Raum wird komplex oder einfach. Das Werk zerfällt visuell in seine Bestandteile und setzt sich neu zusammen, je nachdem, wo ich mich als Betrachter gerade befinde.

In Amden wird eine neue, für die Situation vor Ort von Brian O’Doherty konzipierte „Rope Drawing“ zu sehen sein.

Anerkennungspreis der St. Gallischen Kulturstiftung
Wir freuen uns sehr, dass die St. Gallische Kulturstiftung einen ihrer diesjährigen Anerkennungspreise an Roman Kurzmeyer verleiht. Der Initiator und Kurator des Atelier Amden wird, wie es in der Medienmitteilung der St. Gallischen Kulturstiftung heisst, für das „mit Umsicht und grossem, persönlichem Engagement geführte Projekt“ ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 25. Mai 2012, 18.30 Uhr, im Pfalzkeller St. Gallen statt.